Donnerstag, 13. Januar 2011

Lohndumping bei der Diakonie!

Die Diakonie betreibt nach einem Bericht des „Magazins Stern“ Lohndumping in großem Stil. Da werden angeblich nach dem Vorbild Schlecker eigene Leiharbeitsfirmen gegründet und Mitarbeiter nach dem Herauswurf wieder bei diesen Zeitarbeitsfirmen zu schlechteren Löhnen eigestellt. Nach Aussagen der Mitarbeitervertreter sind auf diese Weise die Löhne über die Zeitarbeit um bis zu 20% gedrückt worden. 

Das ist aber nicht christlich!!!

Man muss wissen, dass die Diakonie zur evangelischen Kirche gehört und von einer kirchlichen Organisation sollte man dieses menschenverachtende Vorgehen nicht erwarten. Nikolaus Schneider, der EKD-Ratsvorsitzende sprach von etwa 35.000 Mitarbeitern, die bei der Diakonie „ausgelagert“ sind. Der Mitarbeitervertreter in der Diakonie Michael Heinrich sagte hingegen, dass etwa 75.000 Mitarbeiter im Einflussbereich der Diakonie unter Lohndumping leiden. 

Eine examinierte Altenpflegerin verliert auf diese Weise etwa 640 EURO Einkommen pro Monat, denn der Stundenlohn fällt von 14,28 EURO in der Diakonie auf 10,16 EURO in der Zeitarbeit. Der Grund soll im harten Wettbewerb der privaten Anbieter liegen, sagte ein Geschäftsführer. 

Kommentar

Pfui, kann man da nur sagen! Wenn nicht einmal die evangelische Kirche gleichen Lohn für gleiche Arbeit zahlt, kann man das einem geldgierigen Unternehmer wohl nicht übel nehmen – oder? Die evangelische Kirche sollte ihren Wasserkopf mal untersuchen und die Gehälter in der Verwaltung und im pastoralen Dienst auf den Prüfstand stellen. Außerdem dachte ich immer, würde ein Teil der Kirchensteuer für soziale Einrichtungen, wie die Diakonie, eingesetzt. Da ist eine Diskussion um Wettbewerbspreise wohl völlig daneben.

Die evangelische Kirche sollte schnell zu einem neuen Denkansatz kommen und zu einem christlichen Umgang mit ihren Mitarbeitern finden. Sonst muss man sich nicht wundern, wenn demnächst viele Kirchenaustritte folgen und viel Geld in der Kasse fehlt!

Kommentare:

  1. Was will man denn von den Kirchen noch erwarten. Schon seit Anfang an ist die Kirche (egal welcher Konfession) darauf bedacht ihr Vermögen zu vergrössern. Immer möglichst viel kassieren und ja nix abgeben.
    Auch die für tarifuntauglich erklärte Gewerkschaft führte doch schon das Schlagwort "christlich" in ihrem Namen. Das sagt doch schon alles. Da kann man wirklich nur noch austreten (hab ich so früh wie möglich gemacht) und "Pfui Deibel" sagen. Schämt euch ihr Kirchenfürsten. Wo bleibt da die sogenannte "christliche Nächstenliebe"? Ein christliches Gebot besagt doch "Liebe deinen nächsten", für die Kirchen kommt dazu "und mich am meisten"!!

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  2. Leider interessiert das Wort "Christlich" niemanden mehr. Weder die Partein mit dem "C", noch den Arbeitgeberverband VKDA (Diakonie) Es bleibt eine Bettelaktion bei den Tarifverhandlungen, weil die Kirche ihr Selbstbestimmungsrecht höher bewertet als die Koalitionsfreiheit der Gewerkschaften. Hier gibt es aber einen laufenden Prozess zwischen Ver.di und Diakonie. Die erste Hürde ist geschafft. Das Arbeitsgericht hat das Streiken in der Kirche in 1.Instanz erlaubt. Es wird wohl bis zum Verfassungsgericht gehen, wenn Ver.di nicht, wie so oft, ein Rückzieher macht. Wird Zeit, das die Kirche (Diakonie) zur Vernunft gebracht wird.
    LG Stefan RundumPflege.blogspot.com

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