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Mittwoch, 14. März 2012

Zeitarbeit wächst weiter!

Nach einem Bericht des "Handelsblatt" wird sich die Zahl der Leiharbeiter in diesem Jahr erneut stark erhöhen und die magische Grenze von 1 Million Zeitarbeiter überschreiten. Nach einer Steigerungsrate von 19% im Jahr 2011 und einer Verdreifachung der Zahl der Leiharbeiter in den letzten 10 Jahren, wird für 2012 mit einer Steigerung um 11 Prozent gerechnet. Damit wächst der Arbeitsmarkt für prekäre Beschäftigung wieder einmal außerordentlich stark. Der Grund ist eindeutig nicht der Abbau von Spitzen in der Produktion oder der Ersatz für Krankheit und Urlaub der Stammbelegschaft. Der Grund liegt allein auf der Kostenseite, denn die Dumpinglöhne in der Zeitarbeit sind am Ende trotz erheblicher Aufschläge der Zeitarbeitgeber, für die Ausleihbetriebe günstiger, als die Beschäftigung von Mitarbeitern zu vernünftige Tarifen in gesicherteren Arbeitsverträgen.

Frau von der Leyen – jetzt sind Sie dran!

Jetzt warten wir auf Ende März, denn dann ist die Frist für eine Einigung zwischen der Zeitarbeitsbranche und den Gewerkschaften für eine Terminierung einer Equal-Pay-Vereinbarung abgelaufen. Die Arbeitsministerin hatte die Tarifpartner für Zeitarbeit aufgefordert, eine Einigung für die Bezahlung nach dem Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit vorzulegen. Sollten das die Tarifpartner nicht alleine schaffen, soll eine Kommission eingesetzt werden, die für eine Regelung nach dem Equal Pay Prinzip einen geeigneten Vorschlag ausarbeiten soll.

Wir brauchen jetzt den gleichen Lohn für gleiche Arbeit, sonst wird es in einigen Jahren nur noch Zeitarbeiter geben!!!
Bildquellenangabe: Guedo/pixelio.de
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Mittwoch, 14. September 2011

Meint die IG-Metall es ehrlich mit den Leiharbeitern?

RP-Online berichtet, dass die Tarifgespräche für die 700.000 Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie NRW jetzt beginnen. Von der IG-Metall wird verlautbart, dass die Tarifkommission über die Themenblöcke Ausbildung, Leiharbeit und Werkverträge verhandeln will. Der aktuelle Gehaltstarif läuft zwar noch bis Februar 2012, aber die IG-Metall will nach diesem Bericht schon jetzt über "qualitative Tarifziele" mit dem Arbeitgeberverband sprechen. Es geht um die unbefristete Übernahme der Auszubildenden nach Lehrabschluss, um ein Widerspruchsrecht des Betriebsrats beim Einsatz von Leiharbeitern, eine Schlichtungsstelle, die beim Streit über den Einsatz von Leiharbeitern zwischen Betriebsrat und Firmenleitung vermitteln soll und um die Mitsprache beim Abschluss von Werkverträgen.

Hoffentlich geht es nicht wieder nur um eine Stärkung der Gewerkschaft und der Betriebsräte, sondern ganz konkret um: 

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und um eine Begrenzung der Zeitarbeit!

Der Sprecher des Arbeitgeberverbandes hat sich bereits gegen die Übernahme der Azubis und gegen ein Vetorecht des Betriebsrats beim Einsatz von Leiharbeitern ausgesprochen. Jetzt wird man sehen, ob es die IG-Metall mit den Leiharbeitern ehrlich meint und zur Durchsetzung ihrer Ziele mal einen ordentlichen Streik anzettelt.

Diese Tarifrunde wird der Prüfstein für die IG-Metall, die sich ja in vielen Äußerungen aus allen Hierarchieebenen zur Abschaffung der Hungerlöhne in der Zeitarbeit ausgesprochen hat. Jetzt erwarten die Leiharbeiter, dass diese Versprechungen in der Tarifrunde auf den Tisch kommen und auch mit den Mitteln des Arbeitskampfes durchgesetzt werden!

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Freitag, 10. Juni 2011

Für öffentliche Aufträge in NRW: Equal Pay!

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der die Vergaberichtlinien des Landes neu regelt. Neben Anforderungen in den Bereichen Umweltschutz, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Gleichstellung von Frauen, soll ein Mindestlohn von 8,62 EURO für öffentliche Aufträge gelten und die gleiche Bezahlung von Stammbelegschaften und Leiharbeitern für die gleiche Arbeit. Es hat sehr lange gedauert, bis man sich wenigstens für den öffentlichen Bereich eindeutig für Equal Pay ausgesprochen hat. Der DGB zeigte sich über diese Entwicklung erfreut und nannte den Vorstoß im bevölkerungsreichsten Bundesland als "Wegweisend für die ganze Republik"! 

Es bleibt zu hoffen, dass andere Länder umgehend folgen!

Von den Gewerkschaften hört man in Sachen "Arbeitskampf" für Equal Pay in den letzten Wochen nichts mehr! War das nur Säbelgerassel oder kommt da wirklich noch etwas? Wer hat eine Antwort?


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Mittwoch, 26. Januar 2011

Die SPD-Parteizentrale ist schon aus dem Winterschlaf erwacht!

Schon heute habe ich eine Antwort auf meine Mail vom 30. November erhalten! Vielen Dank, liebe SPD, dass Ihr Euch sofort nach dem Erwachen aus dem Winterschlag bei mir gemeldet habt. Toll - toll - toll!
Hier das Schreiben:
 
Sehr geehrter Herr Bohlmann,

vielen Dank für Ihre E-Mail, die uns am 30.11.2010 erreicht hat.

Vorab bitte ich vielmals um Entschuldigung, dass wir die Mail aufgrund verschiedener Probleme erst jetzt bearbeiten können. Sorry. Vielleicht ist es interessant für Sie, dass am Freitag ein Info-Paket zum Thema "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" erscheint und sicherlich auf den Internetseiten www.spd.de angeboten wird.

Freundliche Grüße

Achim Schreier

SPD-Parteivorstand
Direktkommunikation

Telefon: (030) 25 991-500
Telefax: (030) 25 991-410
E-Mail: parteivorstand@spd.de
Internet http://www.SPD.de
Postanschrift:
SPD-Parteivorstand
Willy-Brandt-Haus
10911 Berlin

26.01.2011

Dienstag, 25. Januar 2011

Unterhändler in Sachen Hartz IV und Zeitarbeit vereinbarten Stillschweigen!

Über das Ergebnis der Vorgespräche zur nächsten Sitzung des Vermittlungsausschusses am Donnerstag wurde nicht viel bekannt. Die Verhandlungsführer Ursula von der Leyen (CDU) und Manuela Schwesig (SPD) sprachen einerseits von Fortschritten beim Mindestlohn für die Zeitarbeit und davon, dass es in allen Punkte „hakt“. Die Linkspartei war zu dem Treffen am Montag nicht eingeladen worden. Die SPD hatte mit der Kungelei begonnen und in die Hartz IV – Debatte mit dem Bildungspaket für die Kinder, den Mindestlohn und den gleichen Lohn für gleiche Arbeit für Leiharbeiter in eine  Topf geworfen. Aus allen Themen einen gescheiten Kompromiss zu erzielen ist jetzt natürlich schwierig. Aus diesem Grund stellen alle Beteiligten immer wieder ihre Forderungen und eine Annäherung ist im Moment noch nicht erkennbar. 
 
Kommentar

Wenn man ein Thema abschließen will, sollte man nicht gleichzeitig mehrere Fässer aufmachen. Es ist nicht davon auszugehen, dass eine Seite alle ihre Forderungen durchsetzen kann. Es wäre eine schlechte Nachricht für alle Zeitarbeiter, wenn ausgerechnet die Ziele für die Leiharbeiter bei dieser Kungelei nicht erreicht würden. 

Keine Kompromisse!

1.       Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
2.       Mindestlohn für die Zeitarbeit in ausleihfreien Zeiten!
3.       Begrenzung der Zeitarbeit auf sechs Monate / maximal ein Jahr!

Samstag, 22. Januar 2011

Die Zocker setzen auf Zeitarbeit!

Alois Lehner von der „Financial Times“ berichtet über starke Kursgewinne in der Zeitarbeitsbranche und rät den Zockern sogar nicht nur weiterhin Zeitarbeitstitel im Portfolio zu halten, sondern noch weiter zu kaufen. Die ganz Großen der Branche, wie Adecco, Manpower und Randstad sind schon länger an der Börse und als ganz heißer Tipp wird der Personalvermittler „Michael Page“ gehandelt. Die Engländer vermitteln Leiharbeiter im Fachkräftebereich, die sich in der mittleren und oberen Lohnskala befinden.

Die Analysten wittern offensichtlich weiteres Kurspotential, was sie wesentlich in der Tatsache begründen, dass in Deutschland bisher „nur“ ca. 2 % der Beschäftigten in der Zeitarbeit sind, wogegen es in den Niederlanden und Großbritannien etwa 4 % sind. In den USA gibt es allerding im Moment auch „nur“ 1,6 % Leiharbeiter unter den Beschäftigten, was für die Börsenprofis auch eine Menge Entwicklungspotential bedeutet. Es schein so, als ob es weltweit eine Entwicklung in unsichere Beschäftigung gibt. Wichtig ist dabei allerdings, dass man auf die Löhne in dieser Branche achtet. Es gibt einige Länder, in denen Zeitarbeiter keine Dumpinglöhne bekommen, sondern sogar auf den normalen Tariflohn der Stammbelegschaft einen Aufschlag von 5 - 10 %, der für die Flexiblität der Leiharbeiter gezahlt wird. 

10% über dem Lohn der Stammbelegschaft ist eine gute Idee für die Zukunft!
Erst ist aber der gleiche Lohn für gleiche Arbeit die oberste Zielsetzung!

Kommentar

Aus den Aussagen der Analysten kann man entnehmen, dass sie bei einer Lohnentwicklung in der Zeitarbeitsbranche in Richtung „equal pay“ keinerlei negativen Einfluss auf die Aktienkurse in der Branche sehen. Da es derzeit eine Tendenz zu gleichem Lohn für gleiche Arbeit gibt und man annehmen darf, dass diese Entwicklung an den Analysten nicht vorbeigegangen ist, darf man konstatieren, dass es nach Meinung der Aktienanalysten weder Auftragseinbrüche, noch gar Massenentlassungen oder Gewinneinbrüche in der Zeitarbeit gibt.Wenn die Aktienanalysten das so sehen, sollten sich die Zeitarbeitgeber mit Horrorszenarien zurückhalten.

Dienstag, 4. Januar 2011

Viele Zeitarbeitsfirmen vor der Insolvenz!

Die Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit GmbH (I.Q.Z.) berichtet, dass viele Zeitarbeitsfirmen, die Anwender von Tarifverträgen mit den „Christlichen Gewerkschaften“ waren, vor dem Aus stehen. Es sollen etwa 8000,00 EURO pro Mitarbeiter und Jahr sein, die als Nachzahlung für die Sozialversicherung wegen des Urteils der Tarifunfähigkeit der CGZP für die Zeitarbeitsunternehmen jetzt auf der Tagesordnung stehen.

Bilanziell müsste pro Mitarbeiter und Jahr dieser Betrag etwa als Rückstellungen gebildet werden und die daraus entstehende Summe darf ca. ¾ des Jahresumsatzes des betreffenden Unternehmens nicht übersteigen, um daraus nicht eine Überschuldung abzuleiten, die zur Anmeldung eines Insolvenzverfahrens führen müsste. Im Insolvenzrecht ist festgelegt, dass der Inhaber oder Geschäftsführer eines Unternehmens spätestens drei Wochen nach Erkennung einer Überschuldung den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen muss. Andernfalls würde er mit seinem Privatvermögen haften. Diese Frist könnte für viele Unternehmen mit der Zustellung der Forderungen durch die Sozialversicherungsträger beginnen!

Meldet ein Zeitarbeitsunternehmen Insolvenz an, entsteht die Möglichkeit für die Sozialversicherungsträger eine Durchgriffshaftung auf die Kundenfirmen (also die Ausleihfirmen) anzuwenden, die dann für die nicht eintreibbaren Forderungen haften müssten.

Die I.Q.Z. berichtet weiter, dass Berater und Verbände, die eine Insolvenzverschleppung unterstützen, auch mit einer Strafverfolgung durch die Staatsanwaltschaft rechnen müssen. Darüber hinaus sei auch die angebliche Unterstützung der AMP-Firmen durch das Bundesministerium für Arbeit kaum realistisch, weil die Politik damit geltendes Straf- und Handelsrecht unbeachtet lassen würde, wenn sie einen derartigen Straftatbestand dulden würde.

Freitag, 31. Dezember 2010

Traurige Nachricht zum Jahresende!

Schallmauer von 1.000.000 Zeitarbeitnehmer durchbrochen!

Eine traurige Nachricht müssen wir noch im alten Jahr zur Kenntnis nehmen. In den letzten Tagen wurde der eine Millionste Zeitarbeitsvertrag in Deutschland unterschrieben. Seit die feine Truppe um Schröder und Hartz im Jahre 2004 durch die Änderung im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz die Öffnung der Zeitarbeit in Gang gesetzt haben, ist die Zeitarbeit von etwa 400.000 auf jetzt über 1.000.000 Arbeitnehmer angestiegen. Wenn das irgendwer als Erfolg feiert, dann können es nur diejenigen sein, die sich auf Kosten der Leiharbeiter die Taschen vollgemacht haben.

Es kann doch nicht sein, dass in einem führenden Industrieland jetzt über eine Million Arbeitnehmer zu Dumpinglöhnen unbefristet in der Zeitarbeit ausharren müssen! Diese Zahl von einer Million und mehr, die in der Leiharbeit ausgebeutet werden, wird automatisch in viele feste Arbeitsplätze führen, wenn die Zeitarbeit teurer ist, als die Beschäftigung eines Arbeitnehmers in der Stammbelegschaft. 

Wenn die ausleihenden Unternehmer, die in den letzten Jahren immer mehr Gewinne eingefahren haben, noch einen Funken Anstand in sich haben, müsste ihnen die Schamröte ins Gesicht steigen, wenn sie an die Hungerlöhne ihrer Zeitarbeiter denken. Hoffentlich läuft bei den Herrschaften der Champagner heute in die Luftröhre und hoffentlich bleibt denen heute Abend der Hummer im Halse stecken…

In diesem Sinne – Prost Neujahr!

...und der Wunsch für 2011: 
"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!"